
Verena Lork in ihrem Atelier
Der Körper ist ein Ort an dem innere Zustände, psychische Spannungen und gesellschaftliche Einflüsse sichtbar werden. Er ist die Schnittstelle, an der sich das Ich und die Welt berühren, reiben und oft auch verletzen.
Es geht um komplexe und oft widersprüchliche Erfahrung, im eigenen Körper zuhause zu sein. Um Fragen zur weiblichen Identität, der Selbstwahrnehmung und der Bewältigung von innerem Druck. Im Zentrum stehen Momente der Verletzlichkeit und dem Versuch, die Kontrolle über das eigene Selbst und dessen physische Hülle zu behalten oder auch zurückzugewinnen.
Meine Arbeit speist sich aus der Spannung zwischen dem Gesehenen und dem Gefühlten. Der unauflösbaren Verbindung von Haut und Psyche und was wir permanent mit uns tragen.
Wie wäre ich ohne mich? (Öl auf Leinwand, 70x100cm, 2025) verhandelt die Frage, was es bedeutet, als junge Frau in einer Gesellschaft zu bestehen, die konstante Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild und das innere Befinden stellt.
Schau hin (Öl auf Leinwand, 50x40cm, 2025) macht den Umgang mit dem eigenen Schmerz zwischen Sichtbarmachung, Scham und Selbstannahme sichtbar.
Projekt
Dinge die ich nicht mehr essen kann
Vor 3 Jahren habe ich Allergien gegen sehr viele Arten von Obst entwickelt. Ich habe innerhalb dieses Projekts jeden Tag mit Ölpastelkreiden Dinge gemalt, die ich deshalb nicht mehr essen kann.
Wo Schwäne fliegen lernen (Acryl auf Leinwand, 50x70cm, 2025)
Perfectly Blue
Luswigs Leben in Tattoos 2025
Eine Partnerausstellung mit Lawrence & Lawrence und Thorben Dallmann
Perfectly Blue ist ein Rundgang durch das Leben von König Ludwig II. in Tattoo-Ästhetik, aber nicht auf Haut, sondern auf Holz, Leinwand, Jute und anderen Materialien. Die Wahl des Titels „Perfectly Blue“ bezieht sich auf Ludwigs ewige Suche nach dem „perfekten Blau“ – ein Motiv, das gleichzeitig Idylle, Sehnsucht, Illusion und tragische Schwärze symbolisiert.
Verena Lork war hierbei bei der Planung und mit über 20 Arbeiten beteiligt. Es handelt sich hierbei um gezeichnete Tattoomotive sowie Acrylarbeiten auf Leinwand. Die Künstlerin legt hierbei besonderen Wert auf die Einsamkeit, den Schmerz und die Todessehnsucht die Ludwig II ihrer Meinung nach verspürt hatte.
Mit den Tattoo-Stilen wollen die Künstler verdeutlichen wie weltoffen, innovativ und facettenreich König Ludwig II. war. Tattoo-Stile sind hierfür die richtige Sprache, mit der man das Leben und die mysteriösen Umstände des Todes von Ludwig II. prägnant darstellen kann.
Fleischtepppich - 2024
Das Projekt „Fleischteppich“ durchbricht die Trennung zwischen den Endprodukten tierischen Ursprungs und den Lebewesen, die dahinter stehen. Es besteht aus einer Art Teppich, der menschenähnliche Haut darstellt. Optisch basiert der „Fleischteppich“ auf einem in einen Holzrahmen gespannten Kuhfellteppich, der aus einzelnen Stücken Silikon-Übungshaut für Tätowierungen zusammengenäht wurde. Ein Kuhfell, das wegen seiner Schönheit als Teppich verwendet wird, wird zu einer menschlichen Haut, die wegen ihrer schönen Tätowierungen gehäutet wurde und nun ausgestellt wird.
Um die frühere Lebendigkeit des Teppichs zu simulieren, wurden vier Arduino-Motoren hinter dem Teppich angebracht. Diese versetzen ihn mithilfe eines entsprechenden Codes in zufälligen Abständen in Bewegung.
Der „Fleischteppich“ wurde von Verena selbst tätowiert und mit über 700 Metern Faden zusammengenäht. Auch der dazugehörige Rahmen ist eine eigensgebaute Sonderanfertigung.

Verena Lork vor ihrem Projekt Fleischteppich
Um einen Bezug zum Betrachter herzustellen, wurden hinter dem Tepppich mehrere Flugblätter angebracht. Diese sind ähnlich zu den Beschreibungen der Haltungsform auf einem tierischen Produkts aufgebaut.





















